Redebeitrag: Arnulf Rating

Kabarettist


Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten!


Wir müssen uns entschuldigen: Die Kundgebung hat etwas später angefangen, weil die Polizei
noch die Teilnehmer nach Symbolen von kriminellen Organisationen durchsuchen musste. Aber
sie hat bei uns keine Hinweise auf die kriminelle Organisation „NATO“ gefunden!


Ich möchte mich bedanken, weil wir hier so viele sind. Die Presse fragte vorhin, warum hier so
wenig Leute seien. Die Antwort lautet: wenn alle danach gingen, was in euren Zeitungen steht,
wären wir noch weniger!
Wenn man bedenkt was an massiver Kriegspropaganda hierzulande verbreitet wird – das zielt
auf uns. Auf unsere Köpfe. Wir sind deshalb sehr viele. Das ist die kritische Masse, die
notwendig ist, um das Blatt zu wenden.

Jutta Kausch, die Organisatorin, hat darauf hingewiesen, dass die Demo an einem der
ausgezeichneten Buchläden vorbeigezogen ist, die unser Kulturstaatsminister Weimer nicht
auszeichnen wollte. Stattdessen hat er den Verfassungsschutz bemüht. Dieser
Kulturstaatsminister versteht nichts von Kultur, er weiß nicht, dass die Kultur uns erst in die
Verfassung bringt, die es zu schützen gilt!


Früher habe ich Kabarett gemacht – aber viele gehen heute nicht mehr ins Kabarett: sie lachen
direkt über Trump.
Das ist nicht ungefährlich. Jeffrey Sachs, einer der aufgeweckten US-Bürger, hat kürzlich gesagt:
„Wir sind in der Hand von Gangstern, die jede Orientierung verloren haben.“ Das ist die
tatsächliche Gefahr! Wir sind in der Hand der Epstein-Bande.


Und unsere Regierung hat Schwierigkeiten, sich davon loszusagen. Herr Merz, der auch in
diesem April noch nicht vorbei ist, kann nicht sagen, was in Venezuela völkerrechtswidrig
passiert ist. Die Situation ist ihm „zu komplex“. Und auch im Falle Iran muss er noch überlegen.


Friedrich Merz hat 500 Milliarden Schulden aufgenommen, um uns „kriegstauglich“ zu machen.
500 Milliarden – da war er noch gar nicht Kanzler und hat noch keinen Eid geschworen. Wir
kennen die Eidesformel: „Ich schwöre, am deutschen Volk zu verdienen, so bar mir Geld helfe!“


Und jetzt sagt uns der Herr Klingbeil, ein Spezialdemokrat, der größte Wahlverlierer aller Zeiten,
der seine Partei gerade an die Fünf-Prozent-Hürde herangeführt hat, er sagt uns, wir sollen
mehr arbeiten. Das hat uns der Herr Merz vor einigen Monaten auch gesagt. Er sprach von
„Lifestyle-Teilzeit“. Wir sind faul.


Und jetzt können wir das Loch in den kranken Kassen nicht stopfen. Die kranken Kassen haben
ein Defizit von über 10 Milliarden! Das aber wäre schon mal um die Hälfte geringer, wenn Jens
Spahn dazu verpflichtet würde, die 5,9 Milliarden zurückzuzahlen, die er für sinnlose Masken
ausgegeben hat, die er durch seine Kumpels besorgen ließ.
Er wurde freigesprochen.


Was sollen wir verteidigen? Diese Justiz?
Da kam die Idee auf, die Zahnbehandlung als Kassenleistung zu streichen. Wir sind bis an die
Zähne bewaffnet, aber haben kein Geld mehr für die Zähne.
Ja: Wer faul ist, kann auch faule Zähne haben! Da haben Sie halt Lifestyle-Teilzeit-Lücken in
Ihrem Gebiss. Und auch da kann noch gespart werden: wieso braucht ein älteres Rentnerpaarzwei Gebisse, wenn die Rente so ist, dass sie eh nichts zu beißen haben? Und auch hier ist noch
Luft nach oben! Bildet Altersgruppen: ein Gebiss – und zehn Adapter!


Was sollen wir verteidigen: dieses Gesundheitssystem?
Und nun zum Fall des sanktionierten Journalisten Hüseyin Doğru. Ein wirklicher Skandal. Durch
die zeitweilige Sperrung der Konten seiner Frau ist das wie Sippenhaft. Das ist tiefstes
Mittelalter. Nur wegen einer Meinungsäußerung, die der Regierung nicht passt. Ohne
Gerichtsprozess. Ohne Anhörung wird das verfügt. Von der EU, in der das Recht auf freie
Meinungsäußerung festgeschrieben ist wie in unserem Grundgesetz.
Herr und Frau Doğru haben die Verantwortung für drei kleine Kindern. Und was sagt der
Kinderschutzbund? Nichts. Auch die Journalistenverbände beziehen keine Stellung!


Was sollen wir hier verteidigen? Dieses System?
Wir verteidigen die Meinungsfreiheit!


Dieser Wahnsinn der EU hat ja Methode. Der einstige EU-Kommissar Jean-Claude Juncker hat
das schon 1999 erklärt. Er hat gesagt:
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert.
Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht
begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein
Zurück mehr gibt.“


Was die EU mit Hüseyn Dogru und seiner Familie macht, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Das
hat Methode. Im Kriegsfalle wird es nur krasser.
Was heißt das? Wir müssen also Geschrei machen, wir müssen Aufstände machen, sonst ändert
sich das nicht!
Und um es einmal anschaulich zu machen, wo die Grenzen der hochtechnisierten Hochrüstung
liegen – da brauchen wir nur auf den Fall des größten Flugzeugträgers der Welt zu schauen. Die
USA mussten dieses Hightechteil, die USS Gerald Ford, jetzt aus dem Persischen Golf
zurückziehen. Ein Schiff, das 13,8 Milliarden Dollar gekostet hat und mit zwei Atomreaktoren
und präzisen Lenkwaffen ausgestattet ist. Warum? Weil die Klos an Bord verstopft sind!
Offensichtlich machen die Gis so viel Scheiß, dass das Schiff den Rückzug antreten musste. Der
menschliche Faktor kann diese Hochrüstung zu Fall bringen!


Und wenn jetzt Soldaten in unsere Schulen kommen, um bei den Schülern für den Krieg zu
werben, dann bitte aber auch Kriegsverwundete in die Schulen bringen! Wir haben hier in
Berlin in den Krankenhäusern Hunderte verstümmelter ukrainischer Soldaten, die können den
Schülern erklären, was Krieg wirklich ist.


Wir müssen aufhören zu gehorchen! Wir müssen Widerstand leisten!
Nie wieder Krieg!


P.S.
Wir haben gerade ein Buch herausgebracht mit dem Titel: Deutschland neutral. Mit Beiträgen
von 33 der unterschiedlichsten Autoren. Zur Befeuerung einer Debatte. Untertitel: To be or
NATO be. Wir sind überrascht von dem unerwarteten Erfolg: Das Buch ist letzte Woche
herausgekommen – und wenige Tage später hat Trump gesagt, er will aus der NATO!
Unsere heimischen Politiker werden dazu sicher länger brauchen …


Hier die PDF-Fassung: