Friedensaktivist in der Palästinensischen Community
Liebe Freundinnen und Freunde,
der Ostermarsch ist ein politisches Statement gegen Militarisierung, gegen Aufrüstung, gegen
die Logik, dass Sicherheit durch Gewalt entsteht.
Wir sind heute hier, weil wir uns weigern, Krieg als Normalzustand zu akzeptieren. weil wir
wissen: Frieden ist eine Entscheidung. Und diese Entscheidung wird jeden Tag gebrochen.
Kriege beginnen nicht erst mit Bomben.
Sie beginnen mit Sprache, mit Feindbildern, mit der Einteilung von Menschen in „wert“ und
„weniger wert“.
Und während Milliarden in Rüstung, Krieg und Überwachung gepumpt werden, erzählt man
uns, es sei kein Geld da.
In unseren Krankenhäusern ist das Personal überlastet und unterbesetzt. Schulen und
Universitäten sind unterfinanziert und sollen trotzdem weiter kürzen.
Genau deshalb muss unser sozialer Protest auch gegen die Aufrüstung und die Kriegspolitik der
Bundesregierung laut und konsequent sein.
Denn während hier über Sicherheitspolitik diskutiert wird, wird in Palästina in Gaza weiter
getötet. Es ist ein fortgesetzter Genozid. Und das alles geschieht vor den Augen der Welt.
Auch Deutschland trägt Verantwortung. Wer liefert, finanziert oder politisch deckt, macht sich
mitschuldig. In der Westbank erleben wir täglich Der Terror der Siedler.
Menschen werden vertrieben und angegriffen, unter dem Schutz des israelischen
Besatzungsarmee. Gleichzeitig verabschiedet die israelische Regierung Gesetze, die eine
Todesstrafe ermöglichen. Eine Todesstrafe, die sich nur gegen Palästinenser richtet.
Das ist Apartheid. Und das müssen wir auch so benennen.
Während sich die Gewalt ausweitet, sehen wir auch einen Krieg im Libanon und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit. Mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben. Zivile
Infrastruktur wurde bombardiert, und Menschen werden getötet.
Diese Realität ist miteinander verbunden. Es ist ein System von Gewalt, und Besatzung.
Und während all das geschieht, leben hier in Deutschland, in Berlin tausende
Palästinenserinnen und Palästinenser, tausende Menschen aus dem Libanon, aus dem Süden
des Libanon, der gerade live zerstört wird.
Menschen, die Teil dieser Gesellschaft sind, die arbeiten, lernen, Kinder großziehen, Menschen,
die jeden Tag mit der Angst um ihre Familien leben.
Und was erleben sie hier? Repression, Kriminalisierung. Und Einschränkung von Grundrechten.
Menschen werden eingeschüchtert, weil sie ihre Stimme erheben.
Menschen sollen ausgebürgert werden, weil sie „politisch nicht angenehm“ sind.
Das ist ein gefährlicher Wieg. Denn Meinungsfreiheit gilt gerade, wenn sie unbequem ist.
Und wir müssen auch über die Rolle der Medien sprechen. Ein Teil der deutschen
Medienlandschaft reproduziert die Israelische Propaganda, die Gewalt relativieren, die Täter
schützen und die Opfer entmenschlichen.
Wenn palästinensisches Leid unsichtbar gemacht wird, wenn Begriffe verzerrt werden, dann ist
das keine neutrale Berichterstattung dann ist das Teil des Problems.
Deshalb stehen wir heute hier. aus Verantwortung.
Wir sagen: Wir verweigern Kriege. Wir verweigern Doppelmoral. Wir werden nicht Schweigen,
solange Ungerechtigkeit herrscht.
Frieden entsteht nicht durch Waffenlieferungen. Frieden entsteht nicht durch Besatzung.
Frieden entsteht nicht durch Unterdrückung.
Frieden entsteht durch Gerechtigkeit. Und Gerechtigkeit bedeutet: Ein Ende der Besatzung.
Gleiche Rechte für alle Menschen. Schutz von Leben, unabhängig von Herkunft oder Religion.
Und ja, das bedeutet auch, sich gegen jede Form von Rassismus zu stellen:
gegen antipalästinensischen Rassismus,
gegen Antisemitismus,
gegen antimuslimischen Rassismus.
Denn echte Solidarität ist unteilbar.
Ich möchte euch zum Schluss sagen:
Unsere Stimmen sind wichtig. Unsere Präsenz ist wichtig.
Geschichte wurde nie von denen verändert, die geschwiegen haben, sondern von denen, die
den Mut hatten, aufzustehen.
Lasst uns dieser Mut sein.
Hier. Heute. Und morgen.
Für Palästina.
Für den Libanon.
Für den Sudan und für Kurdistan.
Für alle Menschen, die in Würde leben wollen.
Kriege verweigern! Frieden schaffen!
Ich danke euch.